Logopädie 12. Oktober 2026

Was hat eigentlich … mit dem Kehlkopf zu tun?

Was hat eigentlich der Fuß mit dem Kehlkopf zu tun?

Wir waren im Anatomieunterricht. Thema: die Füße.

Für mich war das selbstverständlich. Wer sich mit dem menschlichen Körper beschäftigt, kommt am Fuß nicht vorbei. Wer dabei an Logopädie denkt, erwartet vielleicht eher Zunge, Lippen oder Kehlkopf.

Wir besprachen gerade die Architektur des Fußes, als ein Student fragte:

„Was hat denn der Fuß eigentlich mit dem Kehlkopf zu tun?“

Damals probierten wir etwas aus: Wir standen aufrecht, hielten einen Ton und veränderten die Belastung unserer Füße. Auf einmal klang manches anders. Das war unsere Beobachtung – noch keine Erklärung dafür, was sich verändert hatte und warum.

Probier es selbst aus: Stell Dich bequem und sicher hin. Halte einen Ton, solange es angenehm ist, und hör zu. Verlagere Dein Gewicht ein wenig auf die Fußballen und wiederhole den Ton. Dann verlagere es auf die Fersen. Bleib dabei so sicher stehen, dass Du Dich nicht festhalten musst.

Einen anderen Klang? Ein verändertes Gefühl beim Tönen? Vielleicht fällt Dir etwas ganz anderes auf. Vielleicht bleibt für Dich alles gleich.

Deine Füße tragen Dich nicht einfach nur. Sie nehmen den Kontakt zum Boden wahr und liefern Deinem Nervensystem fortwährend Informationen darüber, wie Du stehst. Verändert sich Deine Gewichtsverteilung, – vom Fuß über die Beine bis hin zu Rumpf und Kopf.

Und der Kehlkopf? Auch er arbeitet nicht allein. Beim Tönen wirken Atemströmung, schwingende Stimmlippen, Muskeln und die beweglichen Räume darüber, darunter und ringsherum zusammen. Was Dein Körper beim Stehen und Atmen organisiert, gehört zu den .

Vielleicht stellst Du Dir eine lange Schnur vor, die vom Fuß bis zum Kehlkopf gespannt ist. So einfach ist der Körper nicht gebaut. Knochen, Muskeln, Sehnen, Bindegewebe und andere Gewebe gehen an vielen Stellen ineinander über und wirken miteinander. Wir unterscheiden sie, um sie benennen, untersuchen und lehren zu können. eines Anatomiebuchs. Eine solche Kontinuität allein sagt uns allerdings noch nicht, welche Kraft in unserem Versuch wo übertragen wurde.

Und dann gibt es noch einen Beteiligten, den man leicht übersieht: Dich selbst.

In dem Moment, in dem ich Dich bitte, auf Deine Stimme zu achten, hast Du bereits eine neue Aufgabe. Vielleicht möchtest Du es besonders gut machen. Vielleicht suchst Du nach einem Unterschied, . Vielleicht bist Du einfach neugierig. , kann beeinflussen, wie Du sprichst. Und , reagierst Du womöglich wieder auf das, was Du gerade gehört hast.

Das alles läuft nicht hübsch nacheinander ab. Stehen, Atmen, Tönen, Wahrnehmen und Erwarten . Unser Versuch lässt Dich erleben, was bei Dir geschieht. Er verrät uns für sich genommen noch nicht, welcher Anteil dieser Veränderung auf welchen Mechanismus zurückgeht – oder ob Du bei einer Wiederholung dasselbe bemerkst.

Was hat also der Fuß mit dem Kehlkopf zu tun?

Der Fuß hat viel mit der Stimme zu tun. Manches auf Umwegen, . Die Füße bestimmen mit, wie Du stehst; Dein Stand gehört zu den Bedingungen, unter denen Du atmest und tönst. , ist eine eigene Frage.

Stehst Du noch auf Deinen Fersen?

Dann komm ruhig wieder auf Deine ganzen Füße zurück. Halte den Ton noch einmal. Vielleicht klingt alles wie vorher. Vielleicht hörst Du jetzt etwas, auf das Du eben noch gar nicht geachtet hast.

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